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Stichwort des Monats
Zentralrat der Juden in Deutschland

Anfänge
Seit 1950 ist der Zentralrat die politische Vertretung der Juden in Deutschland.  Am 19. Juli 1950 trafen sich 25  Repräsentanten aus den  wiedergegründeten jüdischen Gemeinden in einer Frankfurter Privatwohnung und gründeten einen Verband. Diese institutionelle Einrichtung einer politischen Interessenvertretung war notwendig geworden, denn die Lage in der Nachkriegszeit erforderte  eine Gesamtvertretung der in Deutschland lebenden Juden.
1949 hatte sich mit der Bundesrepublik Deutschland ein neuer demokratischer  Staat formiert, der den Rahmen für ein organisiertes jüdisches Leben schuf. Die Entschädigungs- und Wiedergutmachungsverhandlungen hatten begonnen – und die Politik fragte zunehmend nach Ansprechpartnern auf jüdischer Seite. Die Vertreter der Gemeinden einigten sich bei der Gründungsversammlung auf den Namen „Zentralrat der Juden in Deutschland“.  Der Name signalisiert die deutliche Abkehr von der Identität der deutschen Juden vor 1933, die sich mehrheitlich als „deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens“ bezeichnet hatten.  Die anfängliche Arbeit des Zentralrats war nicht einfach, denn die Mehrheit der in Deutschland lebenden Juden betrachtete ihren Aufenthalt im Land der Täter nur als vorübergehend, ihr Ziel war es, nach Israel oder Amerika auszuwandern. Zum Zeitpunkt der Gründung lebten etwa 15.000 Jüdinnen und Juden in Deutschland. Die Leitung des jüdischen Dachverbandes übernahm ein vierköpfiges Direktorium. 15 Gemeindemitglieder bildeten den sogenannten Rat. Erster Sitz des Zentralrats der Juden in Deutschland wurde Frankfurt am Main, später Düsseldorf, danach Bonn und seit April 1999 befindet sich der Hauptsitz in Berlin.
Aufgaben
Die Aufgaben des Zentralrats, einer Körperschaft des Öffentlichen Rechts, haben sich von der Gründung bis heute im Wesentlichen nicht verändert. Dazu gehören die Förderung und Pflege der religiösen und kulturellen Aufgaben der jüdischen Gemeinden sowie die politische Vertretung gegenüber den Institutionen des öffentlichen Lebens. In den Anfangsjahren mussten sich die wieder gegründeten jüdischen Gemeinden zunächst mit den Auswirkungen der Schoa auseinandersetzen. Sie gründeten oder belebten Synagogen und Gemeindezentren mit Unterstützung des Zentralrats. Heute ist - neben der Vertretung jüdischer Interessen gegenüber der Bundesregierung - einer der Schwerpunkte seiner Arbeit die Integration von jüdischen Zuwanderern aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Der Zentralrat unterstützt die jüdischen Landesverbände und Gemeinden darin, Sprachkurse, Bildungsseminare, Religionsunterricht und andere Integrationsmaßnahmen anzubieten. Aus aktuellen Anlässen kommentiert  der Zentralratsvorsitzende oft  auch politische Ereignisse in Deutschland.  Oft unterstützt er auch aktiv Projekte im Bildungsbereich . Siehe hierzu: tinyurl.com/jfkjoac .
In Deutschland hat der Zentralrat eine Reihe von Organisationen und Einrichtungen ins Leben gerufen, die die jüdischen Gemeinden auf überregionaler Ebene begleiten und unterstützen. Dazu gehören die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST), Rabbinerkonferenzen (ARK und ORD), das Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland, die Hochschule für jüdische Studien in Heidelberg, die Jüdische Allgemeine Wochenzeitung, eine deutsch-russischsprachige Zeitung (Die Zukunft), der Bund jüdischer Frauen in Deutschland, das Schieds- und Verwaltungsgericht des Zentralrats, der Bundesverband jüdischer Studenten und der Bundessportverband Makkabi  Deutschland.
International hat der Zentralrat seine Verbindungen zur jüdischen Gemeinschaft in Europa und in der Welt eng geknüpft. Ein Fokus liegt auf der Zusammenarbeit mit den jüdischen Gemeinden in den mittel- und osteuropäischen Staaten.
Organisation
Unter dem Dach des Zentralrats sind 23 Landesverbände mit 105 jüdischen Gemeinden und ihren knapp 100.000 Mitgliedern  organisiert. Dazu gehören sowohl orthodoxe, konservative als auch liberale Gemeinden.
Der Zentralrat hat drei Organe: die Ratsversammlung (Gemeindevertretung). Sie ist das oberste Entscheidungsorgan, hat Richtlinienkompetenz, verabschiedet den Haushalt und kontrolliert die Arbeit der Exekutive. Ihr gehören alle Landesverbände und einzelne Großgemeinden (Berlin, Frankfurt, Köln und München) an. Die Anzahl der Delegierten in der Ratsversammlung richtet sich nach der Mitgliederzahl der Gemeinde.  Aus ihrer Mitte wählt sie für die Dauer von vier Jahren drei Mitglieder in das Präsidium des Zentralrats.
Das Direktorium setzt sich aus von den einzelnen Mitgliedsverbänden entsandten Vertretern zusammen. Es überwacht die Tätigkeit des Präsidiums und wählt den Geschäftsführer.
Das Präsidium führt die Geschäfte des Zentralrats. Es hat neun Mitglieder und wählt aus seinen Reihen den Vorstand: einen  Präsidenten und zwei  Vizepräsidenten, die den Zentralrat in der Öffentlichkeit vertreten.


Links und Literatur


Veranstaltung des Zentralrats am 26.9.16:Rabbinerordination, Westendsynagoge, Frankfurt am Main


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Letzte Änderung: 21.08.2015