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Stichwort des Monats
Hofjuden

Seit Ende des 17. Jahrhundert entstand in Deutschland innerhalb der jüdischen Gemeinden eine Gruppe, die als Hofjuden bezeichnet wurde. Sie entwickelte sich, als in fast allen Staaten die aufwendige Hofhaltung der absolutistischen Fürsten und die neu eingerichteten stehenden Heere einen erheblichen zusätzlichen Finanzbedarf verursachten, der durch den rückständigen Beamten- und Verwaltungsapparat nicht mehr gedeckt werden konnte. In dieser Situation boten jüdische Kaufleute einen Ausweg, die durch ihre regionalen und überregionalen Verbindungen Kredite besorgen konnten. Sie belieferten die Heere mit Ausrüstungsgegenständen, Waffen, Kleidung, Lebensmittel und Sold, die Höfe mit Luxuswaren aller Art. Um die Dienste dieser jüdischen Kaufleute zu sichern, wurden sie durch die Ernennung zu Hoffaktoren in den Beamtenapparat der Fürsten aufgenommen. Manche erhielten direkten Zugang zum Fürsten, ihnen wurden Zollstätten, die Münzprägung und Produktionsmonopole übertragen. Häufig durch Privilegien aus den jüdischen Gemeinden herausgehoben, war die führende Gruppe dieser an Höfen in Wien, Berlin, Hannover, Karlsruhe und zahlreichen anderen Residenzen tätigen Hofjuden durch Heiraten eng miteinander verbunden und stellte innerhalb der deutschen Juden des 18. Jahrhunderts eine Wirtschaftselite dar. Daneben gab es zahlreiche weitere Hofjuden, die an kleineren Höfen tätig waren. Einige Hofjudenfamilien konnten im 19. Jahrhundert Banken begründen. Insbesondere der Familie Rothschild aus Frankfurt gelang es, am Ende der napoleonischen Ära ihre christlichen und jüdischen Konkurrenten in Frankfurt zu überholen und die wichtigste Bank Europas mit Niederlassungen in Frankfurt, London, Paris, Wien und Neapel zu errichten. Für einige Jahrzehnte konnten sie bei der Finanzierung der europäischen Staaten eine zentrale Rolle übernehmen.


http://www.judengasse.de/ehtml/Z115.htm

Samuel Oppenheimer (1635 - 1703) kaiserlicher Hoffaktor in Wien. Im Vordergrund die Waren, mit denen Oppenheimer handelte.


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Letzte Änderung: 21.09.2015