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Aktuelles
Fasten in den drei monotheistischen Religionen

Fastentage gehören fast zu allen Religionen. Im religiösen Kontext dient Fasten einer geistigen und seelischen Reinigung und ist damit immer schon ein Weg zur Spiritualität gewesen. Fasten ist der bewusste, zeitweise Verzicht auf die Befriedigung existentieller Bedürfnisse oder der Verzicht auf verschiedene Genussmittel.
Judentum
Fastengebote sind schon in der Thora niedergeschrieben. So war es Moses, der 40 Tage vor dem Empfang der Thora auf dem Berg Sinai Tag und Nacht gefastet hat. „Brot aß er nicht und Wasser trank er nicht“ (2. Buch Moses 34, 28). Bereits zu biblischen Zeiten begleitete Fasten die Fürbitten und war Ausdruck von Trauer und Solidarität. Die jüdischen Fastentage erinnern an einschneidende Ereignisse und sind somit eine Form von gelebter kollektiver Geschichte. Jom Kippur (Versöhnungstag) dient dem Gläubigen als Tag der „Kasteiung“ und der Buße. Es sollen sich alle Menschen miteinander für ihre begangenen Sünden vor Gott versöhnen, indem sie sich von irdischen Bedürfnissen unabhängig machen. In der Thora heißt es: „Im siebenten Monat, am zehnten des Monats sollt ihr euch kasteien und keinerlei Werk verrichten. Denn an diesem Tag wird er euch sühnen, dass ihr rein werdet; von allen euern Sünden sollt ihr rein werden vor dem Ewigen“ (3. Buch Moses, 16, 29 -30). An Jom Kippur dürfen Gläubige keine Arbeit verrichten, müssen sich sexuell enthalten und von Sonnenuntertag des Vorabends bis zur Nacht am Ende des Versöhnungstages fasten. Neben Jom Kippur kennt das Judentum noch weitere Fastentage. Tischa BeAw erinnert an den Tag, an dem der erste Tempel (596 v. u. Z.) und zweite Tempel (70 u. Z.) zerstört wurden. Tischa BeAw ist der zweitwichtigste Fastentag im Judentum. Zom Gedaljia (3. Tischri) dritter Tag nach Rosch Haschana – dem jüdischen Neujahr - wurde Gedalja Ben Achikam nach der Zerstörung des zweiten Tempels im Jahre 70 n. Z. zum jüdischen Stadthalter ernannt. Am 3. Tischri ist er von Ismael Ben Netanja ermordet worden. Mit dem Fasten an Zom Gedaljia betrauern Juden den mutigen Gedaljia. Ein kleiner Fastentag ist der 10. Tewet. Dieser Tag erinnert an den Beginn der Belagerung Jerusalems vor der Zerstörung des ersten Tempels. In Gedenken an die Königin Esther –Taanit Esther, die bei allen ihren Bemühungen, das jüdische Volk zu retten, jeweils zuvor drei Tage fastete, wird vor Purim (13. Adar) gefastet. Der 17. Tamus erinnert an die Zerstörung der Jerusalemer Stadtmauern durch die Römer (70. u. Z.) und markiert den Beginn der Zerstörung des Tempels. Am 17. Tamus beginnt eine dreiwöchige Trauerzeit, die an dieses Ereignis erinnert.
Christentum
Die christliche Bibel gibt keine klare Anweisung für das Fasten. Schließlich war es der jüdische Jesus, der vierzig Tage fastend durch die Wüste wanderte. Das Fasten wird aber beispielsweise in der Apostelgeschichte als etwas Gutes hervorgehoben wird. Das wöchentliche Fasten – der Verzicht auf Fleisch am Freitag – ist eine Tradition, die heute noch in vielen katholischen Haushalten Beachtung findet. Obwohl die Evangelien zum Fasten keine klaren Angaben machen, beginnt die katholische Fastenzeit am Aschermittwoch und dauert bis Ostern. Das traditionelle Fasten der Katholiken erstreckt sich auf insgesamt 40 Tage. Es geht allerdings heute nicht primär um den Verzicht auf Essen und Trinken. Vielmehr konzentrieren sich die Gläubigen durch den Verzicht auf lieb gewonnene Gewohnheiten auf Gott. Das Fasten kann sich auf besonders lieb gewonnene einzelne Speisen, Genussmittel wie zum Beispiel Rauchen und Alkohol beziehen oder aber auch auf die Nutzung von Fernsehen oder neuerdings auch auf den Verzicht der Nutzung sozialer Netzwerke. Die Gläubigen sollen durch Enthaltsamkeit und Rückzug inne halten. Der individuell definierte Verzicht, der insbesondere von Protestanten praktiziert wird, inspiriert und befördert die Reflexion der eigenen Lebensführung und die Konzentration auf Gott und das Wesentliche. Das Fasten soll nicht die Gläubigen schädigen, vielmehr soll das Fasten demütig und freudig begangen werden. Fasten und Beten wird als eine Zeit der Besinnung angesehen, um sich von Verlockungen des irdischen Lebens ein wenig zurückzuziehen und nachzudenken. Gläubige Christen fasten, um sich zu ändern, zu reinigen und um Spiritualität zu erlangen.
Islam
Im Islam dient das Fasten (saum) durch den zeitlich begrenzten Verzicht auf Essen und Trinken nicht nur der Abstinenz hinsichtlich der Nahrungs- oder Genussmittelaufnahme, sondern es handelt sich vielmehr um eine Form von Einübung asketischer Lebensweise - Demut und Genügsamkeit. Auch soll der Einzelne dabei nachempfinden, wie es sich anfühlt, auf Wasser und Brot verzichten zu müssen. Die moralisch-ethische Wirkung zielt auf die Nachfühlbarkeit von Armut. Damit verknüpft sich die Hoffnung auf mehr Verständnis füreinander. Ebenso soll damit die Bereitschaft zum Teilen von Lebensmitteln und im weiteren Sinn zum Teilen des Wohlstands gestärkt werden. Das Fasten bildet eine der fünf Säulen des Islam. Die Grundlagen hierfür sind die Verse 185 und 187 der 2. Sure (al baqara) im Koran. Im Monat Ramadan in der Nacht lailatu qadr (die Nacht der Offenbarung) wurden die ersten Suren des Korans dem Propheten Muhammed offenbart. Alle Muslime, die im Vollbesitz ihrer geistigen und körperlichen Kräfte sind, müssen 30 Tage lang von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang fasten. Wie im Judentum sieht auch der Koran besondere Regelungen für Alte, Kranke, Reisende, Schwangere und Kinder vor. Versäumte Fastentage müssen möglichst bald nachgeholt werden. Kranke oder Alte, die nicht fasten können, sind angehalten, gemäß ihren finanziellen Möglichkeiten Armenspeisungen zu veranlassen oder durchzuführen. Das Fasten beginnt mit der letzten Mahlzeit (sahur) vor Sonnenaufgang und dem ausdrücklichen Ziel (niyet) zu fasten und endet mit dem Fastenbrechen nach Sonnenuntergang. Während des Fastens darf nichts gegessen und getrunken werden. Am Ende des Fastenmonats Ramadan wird das Fest des Fastenendes aid l’fitr gefeiert. Die Feier beginnt mit einem gemeinsamen Gebet in der Moschee. Hierzu gehört auch die Almosenabgabe (zekat). Für das Jahr 2013 wurde der Beginn des Ramadan zum 9. Juli und das Ende zum 8. August ermittelt. Die genauen Zeitangaben hängen wie beim jüdischen Kalender von der Stellung des Mondes ab.


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Letzte Änderung: 21.09.2015