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Aktuelles
Konversionen in den drei abrahamitischen Religionen

Das Recht, die Religion zu wechseln, ist ein Menschenrecht (Artikel 18, Allgemeine Menschenrechtskonvention). Mitglieder einer jüdischen Gemeinde können ihren Austritt aus der Gemeinde in der dafür zuständigen städtischen  Behörde zwar erklären. Obschon man formalrechtlich aus einer jüdischen Gemeinde austreten kann, ist ein Austritt aus der jüdischen Gemeinschaft aus inner-jüdischer Sicht nicht möglich. Auch der Islam sieht einen offiziellen Austritt aus der Religionsgemeinschaft nicht vor.
Der Wechsel der Religion kann sehr unterschiedliche Motive haben. Für Konvertiten bedeutet der Übertritt in eine neue Religionsgemeinschaft allerdings viel mehr als den bloßen Wechsel des bisherigen Glaubens. Für sie verändert sich das soziale Werte- und Bezugssystem; sie werden Teil eines neuen geschichtlichen und sozialen Erbes.

Konversion zum  Judentum
Jüdisch ist, wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde oder durch einen Übertritt (hebr. Gijur)  in die jüdische Religionsgemeinschaft aufgenommen wird. Da das Judentum keine missionierende Religion ist, ist der Übertritt nicht ganz einfach. Einheitliche Kriterien gibt es nicht. Es hängt von der religiösen Ausrichtung der Gemeinde (z.B. orthodox, liberal, konservativ) ab. Auch gibt es länderspezifische Unterschiede.
Eine wichtige Voraussetzung der Konversion zum Judentum ist, dass jeder Übertritt nur auf ausdrücklichen Wunsch des Kandidaten oder der Kandidatin geschehen kann. Außerhalb Israels sind die Übertritte dezentral organisiert. Letztendlich ist jede jüdische Gemeinde selbst für die Aufnahme der Kandidaten zuständig. Der Übertrittswillige wird in der Regel zwei Mal abgewiesen, um seinen Willen zum Übertritt zu prüfen.
Die Kandidatin/der Kandidat muss sich vor einem Kollegium von drei Rabbinern einer allgemeinen theoretischen Prüfung (Aufnahmeprüfung, Eignungsprüfung) unterziehen. Er oder sie wird aufgenommen, wenn sich die Prüfungskommission von der ehrlichen Absicht des Kandidaten/der Kandidatin überzeugt hat und dieser oder diese genügend Grundkenntnisse über die jüdische Religion und jüdisches Brauchtum besitzt. In der Regel muss man ein Jahr  vorbereitet werden, so dass der Übertrittswillige an allen jüdischen Feiertagen und Festen im Kalenderjahr teilnehmen kann  Dabei wird ihm/ihr ermöglicht, sich seinen /ihren Entschluss nochmals gründlich zu überlegen.
Bringt der oder die Übertretende Kinder unter dem Alter der Bat Mitzwah (religiöse Mündigkeit bei Mädchen mit 12 Jahren) oder Bar Mitzwah (religiöse Mündigkeit bei Jungen mit 13 Jahren) mit, dann werden sie gleichzeitig während  derselben Zeremonie ins Judentum aufgenommen, müssen aber keine Prüfung ablegen.
Für einen nach den jüdischen Religionsgesetzen (Halacha) anerkannten Übertritt gibt es drei notwendige Bedingungen:

  • Die bewusste Entscheidung, von nun an als Jude/Jüdin die Gebote der Torah (Mitzwot) anzuerkennen und für deren Befolgung Verantwortung zu tragen. 
  • Beschneidung (Brit mila), falls es sich um einen männlichen Konvertit handelt.  
  • Das Untertauchen im rituellen Tauchbad (Mikwe).
  • Die Konvertiten nehmen einen biblischen Vornamen an.


Konversion zum Christentum
Die Taufe ist das Zeichen, ein Christ oder eine Christin zu sein. Wer sich entschieden hat, Christ oder Christin zu werden, wendet sich an eine der christlichen Gemeinden. Der Taufe geht ein „Katechumenat“ voran, ein Unterricht, der den/die Taufbewerber/in vorbereitet, bei der Taufe das christliche Glaubensbekenntnis zu sprechen. Erwartet wird ein Bekenntnis,
  • dass Gott der Schöpfer der Welt ist,
  • dass in Gottes Sohn Jesus Christus am Kreuz die Welt mit Gott versöhnt wurde, dass Jesus von den Toten auferweckt ist
  • und Gott fortan mit seinem heiligen Geist Gemeinschaft unter den Menschen stiftet, Vergebung der Sünden wirkt und dass am Ende der Tage die Auferstehung der Toten kommt.
Die Taufe folgt dem Auftrag des auferstandenen Jesus Christus, von dem die Worte im Neuen Testament überliefert sind: „tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehrt sie halten, was ich euch beigebracht habe“ (Matthäus 28,19). Bei der Taufe spricht der/die Taufbewerberin vor Zeugen ein Taufbekenntnis und wird dreimal mit Wasser besprengt – in manchen Kirchen auch übergossen oder untergetaucht. Dabei wird die Taufformel (z.B. Matthäus 28) gesprochen. Bei Kleinkindertaufen sprechen Angehörige das Taufbekenntnis stellvertretend für das Kind. In einzelnen Konfessionen ist dieser zentrale Tauf-Ritus um Handlungen und Bekenntnisse erweitert, wie z.B. eine Absage von den „Werken des Teufels“, eine Salbung und die Teilnahme an der Eucharistie (rituelle Mahlfeier) in Brot und Wein.

Nach der Vereinbarung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland ist die Taufe aller christlicher Konfessionen untereinander anerkannt. Ein Konfessions-Wechsel zwischen den christlichen Kirchen sei zu vermeiden. In Einzelfällen findet eine Konversion zwischen den Konfessionen statt. Bei den großen Amtskirchen (evangelisch/katholisch) geht der Aufnahme in die jeweils andere Kirche ein amtlich erklärter Kirchenaustritt aus der bisherigen Kirche voraus. Die Aufnahme in die neue Konfession wird bei einem Pfarrer/einer Pfarrerin erklärt und unterzeichnet. Das kann in einem Gottesdienst stattfinden. Dem kann eine Unterweisung in die Besonderheiten der neuen Konfession vorangehen. Manche christliche Gemeinschaften akzeptieren Taufen nur nach ihrem Ritus und verlangen eine erneute Taufe, wie beispielweise mit vollständigem Untertauchen oder mit einem bewusst gesprochenen Bekenntnis zu Jesus Christus.

Konversion zum  Islam
Die laute Aussprache der Schahada - das muslimische Glaubensbekenntnis - vor zwei Zeugen ist der offizielle Übergangsritus zum Islam. Die Schahada ist die Anerkennung des strengen Monotheismus und lautet in sinngemäßer Übersetzung: „Es gibt keinen Gott außer Gott und Muhammed ist sein Prophet“. Weitere allgemeingültige formale Regeln zum Übertritt in den Islam sind nicht festgelegt. Darüber hinaus vollzieht sich der Übergang je nach Land und Möglichkeiten unterschiedlich, gemeinsam und zwingend ist nur die laute Aussprache der Schahada vor zwei Zeugen.
Die Praxis zeigt, dass die meisten Konvertiten ihren Übertritt in einer Moschee im Rahmen eines gemeinschaftlichen Gebets durchführen. Hierzu gehören die vorherige rituelle Waschung, das anschließende gemeinsame Gebet und das laute Aussprechen der Schahada innerhalb der Gemeinschaft der Gläubigen.  Es ist üblich, dass die Konvertiten mit dem Übertritt zum Islam einen muslimischen Namen erhalten. Hier sei nur an den populären Konvertiten Cassius Marcellus Clay, der nach seiner Konversion den Namen Muhammed Ali annahm, erinnert. Für Männer kommt noch die obligatorische Beschneidung, die als Sunna (Pflicht) vorgesehen ist, hinzu.
Von einem gläubigen Muslim/Muslima wird erwartet, dass er/sie den Regeln des Islam im Alltag nachkommt. Dazu zählen das Gebet (Salat), die Abgabe des Almosen (Zakat), das Fasten im Monat Ramadan (Saum) und die Pilgerfahrt (Hadsch) nach Mekka.  Darüber hinaus dürfen Muslime kein Schweinefleisch essen und keinen Alkohol trinken.  Unabhängig von der praktischen Lebensführung gilt jeder, der zum Islam konvertiert, als Moslem, weil die reine Überzeugung und Bekenntnis zum alleinigen und allmächtigen Gott ausschlaggebend ist.  Daher ist der Übergangsritus nicht komplex, allerdings vollzieht sich dieser öffentlich. Mittlerweile gibt es auch die Möglichkeit der Online-Konversionen via Chatroom. Wichtig ist: die vom Herzen kommende Bekenntnis zu Gott und seinem Propheten Muhammed.





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Letzte Änderung: 21.09.2015