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Stichwort des Monats
Familie Frank aus Frankfurt

Anne Frank, 1929 in Frankfurt am Main geboren, und ihr Cousin Bernhard (Buddy) Elias (*1925 in Frankfurt/Main) zählen die jüdischen Familien Cahn und Stern zu ihren gemeinsamen Vorfahren, die bereits im 16. Jahrhundert in der Frankfurter Judengasse erwähnt werden. Das Porträt von Süsskind Stern aus dem Jahre 1671, das in der Dauerausstellung des Jüdischen Museums Frankfurt zu sehen ist, zeigt einen direkten Vorfahren von Anne Frank und ist zugleich das älteste Porträt eines Frankfurter Juden.
 Annes Ururgroßvater Elkan Juda Cahn wurde vier Monate nach dem Brand der Judengasse von 1796 geboren und gehörte folglich zur ersten Generation von Frankfurter Juden, die außerhalb des ehemaligen Ghettos Judengasse leben und arbeiten konnten. Wie die meisten Juden, entschied auch er sich für den Umzug in das nahgelegene Neubaugebiet Fischerfeld. Zu Beginn des deutschen Kaiserreiches kaufte er sich ein Haus in der Hochstraße nahe der Frankfurter Oper, die zu diesem Zeitpunkt errichtet wurde. Elkan Juda Cahn hatte mit seiner Frau Betty, geborene Cahn sechs Kinder. Seine Tochter Cornelia (1840-1922), Anne Franks Urgroßmutter, verheiratete er mit August Heinrich Stern (1838-1878), einem Gewürz- und späteren Silberwarenhändler. Seine Enkelin Alice Betty Stern (1865- 1986) gehörte zu jener Generation von Frauen, die sich gegen die überholten Heiratspraktiken auflehnte und sich trotz des Widerstands der Familie Cahn, dem romantischen Ideal einer Liebesheirat folgend, für die Ehe mit dem 35-jährigen Kaufmann Michael Frank (1851-1909) entschied. Er stammte aus Landau in der Pfalz und war wie seine Brüder zuvor nach der Reichsgründung 1871 nach Frankfurt gekommen, um hier ein Wechsel- und Bankgeschäft zu betreiben. Er investierte in unterschiedliche Unternehmen in der Region wie etwa „Fays Sodener Mineralpastillen“ und erwirtschaftete zwischen 1888 und 1892 beträchtliche Gewinne. Alice und Michael kauften sich 1901 ein Wohnhaus in bester Lage unweit der heutigen Senckenberganlage.

Michael und Alice bekamen vier Kinder, darunter als Zweitgeborener Otto, der Vater Anne Franks. Die Familie legte großen Wert auf eine gute Erziehung. Die Kinder bekamen Musikunterricht, Otto spielte Cello, und natürlich lernten sie Englisch, Französisch und Italienisch. Nach dem plötzlichen Tod des Vaters im Jahr 1909, übernahm Alice die Leitung der 1901 gegründeten Privatbank .

Unter den 100.000 deutschen Juden, die im Ersten Weltkrieg für das Kaiserreich kämpften, befanden sich auch die Söhne der kaisertreuen Familie Frank: Robert diente bei der 1. Eskadron, Jäger-Regiment zu Pferde; Herbert war beim 18. Armeecorps und Otto diente beim einem rheinischen Fuß-Artillerie-Regiment. Auch Mutter Alice und Schwester Leni (Helene) hatten sich gleich nach Kriegsbeginn als Hilfspflegerinnen für das Frankfurter Kriegslazarett „Kyffhäuser Hotel“ gemeldet. Allerdings waren die wirtschaftlichen Folgen des Ersten Weltkriegs auch für das Bankgeschäft Michael Frank spürbar.

1925 heiratete Otto Frank Edith Holländer, die Tochter eines wohlhabenden Fabrikanten aus Aachen. Die Holländers waren zwar nicht orthodox, aber: Ediths Vater galt als ein prominentes Mitglied der jüdischen Gemeinde, die Familie führte einen koscheren Haushalt und ging regelmäßig zur Synagoge. Die Franks hingegen waren assimilierte Juden. Nach der Hochzeitsreise zog das Paar in das Haus von Ottos Mutter Alice. Dort lebten bereits Ottos Schwester, Leni und ihr Mann Erich, sowie die beiden Söhne Stephan (1921-1980) und Buddy. Die ältere Tochter der Franks, Margot, kam 1926 zur Welt, Anne, die Jüngere, 1929.

Seit 1928 befand sich die Bank, die mittlerweile von Otto und Herbert geleitet wurde, in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Erich Elias, der in die Geschäfte der Bank mit einbezogen war, sah sich 1929 gezwungen, ein Angebot zum Aufbau einer Schweizer Niederlassung der Firma Opekta (Hersteller für das Geliermittel Pektin) anzunehmen. Leni blieb zunächst mit Stephan und Buddy in Frankfurt bei ihrer Mutter Alice Frank wohnen. Erst 1930 kam sie mit Buddy, der damals fünf Jahre alt war, in die Schweiz. Stephan lebte noch ein weiteres Jahr bei seiner Oma Alice und besuchte weiter die Varrentrapp Grundschule, wo er lesen und schreiben lernte.

Auch die Franks entschieden sich, Deutschland zu verlassen. Otto Frank zog 1933 nach Amsterdam, wo er eine Filiale der Opekta-Werke aufbaute. Ein Jahr später holte er seine Frau Edith und seine Töchter zu sich. Die Familie lebte sich in den Niederlanden gut ein, bis im Mai 1940 die deutsche Wehrmacht die Niederlande angriff und besetzte.
 Am 6. Juli 1942 tauchte die Familie unter und lebte zwei Jahre zusammen mit der Familie van Pels sowie Fritz Pfeffer im sogenannten Hinterhaus, bis sie im August 1944 an die Gestapo verraten, verhaftet, ins Durchganglager Westerbork deportiert und weiter in das Konzentrationslager Auschwitz verschleppt wurden. Als Otto Frank im Sommer 1945 nach Amsterdam zurückkehrte, war er der einzige Überlebende seiner Familie.
Im November 1953 heiratete Otto Frank Elfriede (Fritzi) Geiringer-Markovits, die zusammen mit ihrer Tochter Eva Auschwitz überlebt hatte. 1953 zog das Paar zu Leni und Erich Elias nach Basel. Dort hatten auch Ida Elias, Herbert und Alice Frank den Krieg überlebt. Otto Frank widmete sich  bis zu seinem Tod 1980 der Verbreitung des Tagebuchs seiner Tochter.
Heute ist Buddy Elias der letzte lebende direkte Verwandte der Familie Frank. Er lebt in Basel.




Familie Frank um 1902, ©Anne Frank Fonds, Basel


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Letzte Änderung: 21.09.2015