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Aktuelles
Die Frankfurter Judengasse

1460 beschloss der Frankfurter Rat, dass die Juden in eine neu angelegte Gasse umziehen müssten. Ursprünglich befanden sich ihre Wohnhäuser im Zentrum der Stadt unmittelbar neben christlichen Nachbarn.  Die Synagoge lag nur wenige Meter von der Bartholomäuskirche, dem Dom, entfernt. Kaiser Friedrich III. hatte jedoch bei seinen Besuchen in Frankfurt die unmittelbare Nachbarschaft des jüdischen Viertels und der Kirche als skandalös empfunden und in zwei Urkunden 1442 und 1458 den Frankfurter Rat aufgefordert, die Juden zu entfernen. 1460 ordnete der Rat tatsächlich gegen den Widerstand der jüdischen Gemeinde die Umsiedlung an und begann am Wollgraben entlang der alten Stadtmauer aus staufischer Zeit Wohnhäuser, eine Synagoge, ein Hospital und ein Ritualbad zu errichten. 1462 fand der Umzug statt. Im Unterschied zu ihren alten Wohnhäusern durften die Juden in der neuen Judengasse kein Eigentum erwerben, sondern die neu gebauten Häuser blieben im Besitz der Stadt und wurden an die Juden nur vermietet.
Die Judengasse war ca. 300 Meter lang und bestand am Ende des 15. Jahrhunderts aus 15 bis 20 Wohnhäusern, in denen 150 bis 200 Personen lebten. Sie war durch Mauern vom Rest der Stadt getrennt und mit drei Toren versehen, die über Nacht und an den christlichen Feiertagen verschlossen blieben. Die Frankfurter Judengasse  war damit wahrscheinlich das erste Ghetto in Europa, definiert als abgetrennter Zwangswohnbezirk für Juden.
Im 16. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung deutlich an. Wohnten um 1500 ca. 200 Menschen in der Judengasse, waren es um 1600 ca. 2700. Die Anzahl der Wohnhäuser, die in der Regel Fachwerkbauten waren, vermehrte sich auf 195. Da der Rat sich weigerte, die Fläche der Gasse zu vergrößern, mussten alle freien Grundstücke bebaut, bestehende Häuser geteilt und mit zusätzlichen Stockwerken versehen werden, um die wachsende Bevölkerung unterzubringen. Der Anteil der Juden an der Stadtbevölkerung wuchs in dieser Zeit von 1,5 % auf über 10 %.
Die Frankfurter Judengasse entwickelte sich zu einem der wichtigsten Zentren jüdischen Lebens in Mitteleuropa, in dem bedeutende Rabbiner wirkten und bekannte jüdische Familien wie die Rothschilds ihren Ursprung hatten.
Das Ende des Ghettos kam, als 1796 französische Truppen Frankfurt belagerten und dabei der Nordteil der Judengasse in Brand geriet. Viele jüdische Familien mussten in anderen Teilen der Stadt eine Unterkunft suchen. Die zerstörten Grundstücke wurde zwar wieder bebaut, das Ghetto selbst jedoch nicht wiederhergestellt. Im Zuge der Aufklärung und der Französischen Revolution wurden die rechtliche Ausgrenzung der Juden und ihre Ghettoisierung zunehmend als Skandal empfunden. 1852 ließ die jüdische Gemeinde ihre  alte Synagoge abreißen und durch einen repräsentativen Neubau ersetzen. Ab Mitte der 1860er Jahre wurden auch die noch bestehenden Häuser der Gasse abgerissen und modern überbaut. 1882 wurde schließlich die Judengasse in Börnestraße umbenannt, um mit Ludwig Börne einen der Vorkämpfer der Emanzipation zu ehren.
1987 wurden bei Bauarbeiten für ein neues Verwaltungsgebäude der Frankfurter Stadtwerke am Börneplatz archäologische Reste der Judengasse, darunter zwei Mikwen, freigelegt. Nach heftigen Protesten und einem Monate dauernden Konflikt beschloss die Stadt Frankfurt einen Teil der Ausgrabung zu erhalten und im Zentrum eines Museums zu präsentieren, das als Dependance des Jüdischen Museums 1992 eröffnet wurde.




©Jüdisches Museum, Frankfurt


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Letzte Änderung: 21.09.2015