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Stichwort des Monats
Fritz Bauer - der Staatsanwalt

Fritz Bauer gehört zu den juristisch bedeutendsten jüdischen Remigranten nach 1945. Als Generalstaatsanwalt, der den Frankfurter Auschwitz-Prozess auf den Weg brachte, hat er Geschichte geschrieben.

Fritz Bauers Biografie vereint mehrere Aspekte der deutsch-jüdischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Als Kind einer jüdischen Familie aus Schwaben wurde er am 16. Juli 1903 in Stuttgart geboren. Nach seinem Studium der Rechts- und Volkswirtschaftslehre trat er 1930 in seiner Heimatstadt mit 26 Jahren seine Aufgabe als jüngster Amtsrichter Deutschlands an. 1933 wurde der Sozialdemokrat Bauer aus dem Amt entlassen und wegen seiner Aktivitäten im sozialdemokratischen „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“  für einige Monate im Konzentrationslager Heuberg inhaftiert. 1936 flüchtete Bauer zunächst nach Dänemark, dann nach Schweden, wo er den Krieg überlebte.

1949 kehrte Bauer mit Unterstützung des ersten Vorsitzenden der SPD nach 1945, Kurt Schumacher, nach Deutschland zurück, um beim Aufbau eines demokratischen Justizwesen mitzuwirken – und um die NS-Verbrechen vor Gericht zu bringen. Wenige Wochen vor Gründung der Bundesrepublik und der Verabschiedung des Grundgesetzes kam Bauer im niedersächsischen Braunschweig an, wo er zunächst zum Landgerichtsdirektor und 1950 zum Generalstaatsanwalt am Braunschweiger Oberlandesgericht ernannt wurde. 1956 berief ihn der hessische Ministerpräsident Georg August Zinn auf das Amt des hessischen Generalstaatsanwalts.

Dem israelischen Geheimdienst Mossad gab Bauer den entscheidenden Hinweis auf den Aufenthaltsort Adolf Eichmanns, was 1960 zu dessen Ergreifung in Argentinien und seiner Verbringung nach Israel führte. Damit hatte Bauer wesentlichen Anteil am Zustandekommen des 1961 in Jerusalem durchgeführten Eichmann-Prozesses. Am 28. August 1961 war Bauer Mitglied der Gründungsversammlung der Bürgerrechtsorganisation Humanistische Union.

In seiner Funktion als hessischer Generalstaatsanwalt war Bauer maßgeblicher Initiator des Frankfurter Auschwitz-Prozesses (1963 bis 1965). Die Verhandlung gegen 22 Angeklagte brachte das Geschehen des Holocaust erstmals in die breite Öffentlichkeit der Bundesrepublik Deutschland. Fritz Bauer verstand die NS-Verfahren als Selbstaufklärung der deutschen Gesellschaft in den Bahnen des Rechts.

1965 eröffnete Fritz Bauer die Voruntersuchung für einen weiteren Prozess, der sich gegen die Teilnehmer einer reichsweiten Justizkonferenz von 1941, die juristischen Erfüllungsgehilfen der „Euthanasie"-Morde, richten sollte. Bauer plante damit einen exemplarischen Prozess gegen die in die Verbrechen verstrickte NS-Justiz. In der Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli 1968 starb Fritz Bauer in seiner Wohnung in Frankfurt am Main. Der noch in der Vorbereitungsphase stehende große Prozess gegen die Schreibtischtäter der „Euthanasie" fand nie statt.

Das Fritz Bauer Institut wurde 1995 gegründet. Es ist dem geistigen und politischen Erbe Fritz Bauers verpflichtet.

Eine Ausstellung im Jüdischen Museum Frankfurt nimmt den Prozess, dessen Beginn sich 2013 zum 50. Mal jährte, zum Anlass, Fritz Bauer einem größeren Publikum vorzustellen:

Fritz Bauer. Der Staatsanwalt - NS-Verbrechen vor Gericht
Informationen zur Ausstellung: Link

Buchung von Führungen und Workshops in der Ausstellung:
Tel. 069-212 74237
pz-ffm[at]stadt-frankfurt.de



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Letzte Änderung: 21.09.2015