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Stichwort des Monats
Zentralrat der Muslime in Deutschland- ZMD

Entwicklung und Gründung
Die Muslime sind seit den 1970er Jahren die größte religiöse Minderheit in Deutschland. Gegenwärtig gehen die statistischen Schätzungen von rund 5 Millionen Muslimen mit und ohne deutsche Staatsangehörigkeit aus.
Während zu Beginn der Anwerbung und Einwanderung  sogenannter Gastarbeiter die Religionszugehörigkeit in der Außenwahrnehmung  von Eingewanderten kaum  eine Rolle spielte, dominiert seit den Terroranschlägen vom 9. September 2001  ihr  „Muslimisch-Sein“ und überschattet als Hauptmerkmal alle anderen Zugehörigkeiten des jeweiligen Menschen! Diese Dominanz beförderte die Suche nach religiösen Ansprechpartnern und Interessensvertretungen für in Deutschland lebende Muslime. Diese Ausgangslage und Nachfrage nach muslimischen Ansprechpartnern führte zu Gründung und Entwicklung von unterschiedlichen muslimischen Vereinsstrukturen und Organisationen, die der facettenreichen Vielfalt islamischer Religionspraxen entsprechen
So ist der Zentralrat der Muslime neben anderen – vornehmlich türkischen und alevitischen Interessensvertretungen - einer der großen muslimischen Dachverbände in Deutschland. Der ZMD vertritt als Dachverband 21 muslimische Mitgliederorganisationen und dennoch eine Interessenvertretung von lediglich ca. 20.000 Muslimen in Deutschland. Der ZMD hat sich aus dem „Islamischen Arbeitskreis“, der sich 1987 zusammengefunden hatte, als Dachverband entwickelt und wurde 1994 gegründet.
Seit 2010 leitet Aiman Mazyek als Generalsekretär den ZMD. In Abgrenzung zu den türkisch dominierten Dachverbänden, wie DITIB, Islamrat und Verband der Islamischen Kulturzentren,  versteht sich der ZMD als multi-ethnische Vertretung der Muslime in Deutschland. Der ZMD ist seit 2007 ständiges Mitglied des Koordinierungsrats der Muslime. Der ZMD finanziert sich vornehmlich durch private Spenden und durch Mitgliederbeiträge.
Die unterschiedlichen und zum Teil divergierenden muslimischen Dachverbände sind aus den unterschiedlichen Strömungen und Rechtsschulen innerhalb des Islams und ihren Organisationen in Deutschland entstanden. Aufgrund der Entwicklungsgeschichte und der besonderen Nähe des ZMD zu der Muslimbruderschaft stand die Organisation lange Zeit unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.
Aufgaben
Der Zentralrat der Muslime versteht sich selbst als Sprachrohr und Interessensvertretung, als „Gesellschaftsgruppe“ gegenüber den Behörden und Verwaltungsorganen der mehrheitlich nicht muslimischen deutschen Gesellschaft. Der ZMD hat sich unter anderem die Förderung der Diskussions- und Dialogfähigkeit zwischen Muslimen in Deutschland und anderen Religionsgemeinschaften als Ziel gesetzt. In der Selbstdarstellung nennt der ZMD als wichtigste Aufgabe „muslimische [s] Leben und die islamische Spiritualität in Deutschland zu fördern und den Muslimen die Ausübung ihrer Religion zu ermöglichen und zu erleichtern“ (Internetauftritt). Hierzu gehören die Berechnung der Gebetszeiten, die Festlegung der Feiertage, Aufstellen von Regeln für das muslimische Schächten, Errichtung islamischer Friedhöfe, Verbesserung des Koranunterrichts und Bekämpfung des Extremismus jeglicher Couleur (vgl. ebd.).
Der ZMD ist als Organisation nicht unumstritten. Bereits der Name „Zentralrat der Muslime“, lässt vermuten, dass diese Organisation im Sinne eines Rats und in Analogie bestehender religiöser Räte (z. B. Zentralrat der Juden) eine allgemein demokratisch legitimierte Vertretung aller Muslime in Deutschland sei. Aber dieser Dachverband ist die Vertretung einer kleinen Minderheit innerhalb der Muslime in Deutschland. Neben dieser Selbstpositionierung als „Vertreter und Sprachrohr aller Muslime“ in Deutschland, gibt es vielfältige Vorwürfe hinsichtlich der politischen Ausrichtung der Organisation und insbesondere ihrer Gründer und Generalsekretäre. Zu den politischen Vorwürfen gehören die Position und die Haltung in der Frage der Gleichberechtigung von Mann und Frau und eine zu geringe Distanzierung von der Scharia, dem religiösen islamischen Gesetz.  Der wichtigste Vorwurf resultiert aus dem Widerspruch zwischen der nach außen zelebrierten Dialogbereitschaft und unterstellten Bestrebungen der Errichtung einer islamischen Gesellschaft in Deutschland.

Organisation
Der ZMD besteht aus einem Vorstand, einem Aufsichtsrat und einem sogenannten Gelehrtenrat. Die Umgangssprache innerhalb des ZMD ist deutsch, um der ethnischen Vielfalt ihrer Mitglieder gerecht werden zu können. Um den bereits erwähnten Vorwürfen entgegenzuwirken, bemüht sich der Dachverband um einen hohen Frauenanteil. Die Struktur basiert auf einem föderalen System: Moscheegemeinden, die in Landes- und Bundesverbänden organsiert sind. Ferner unterhält und bietet der ZMD zahlreiche Arbeitskreise zu diversen Themen. Die Erkenntnisse und Ergebnisse dieser Arbeitskreise bilden spezielle Expertisen für die Öffentlichkeits- und Beratungsarbeit des ZMD.

Literatur:





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Letzte Änderung: 21.09.2015