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Stichwort des Monats
Purim

Purim,  das „Fest der Lose“, wird nach jüdischem Kalender am 14. und 15. Adar (Name des jüdischen Monats) gefeiert – das ist 2018 am 1. und 2. März. Der Ursprung bezieht sich nicht auf ein biblisches, sondern auf ein historisches Ereignis. Das Buch Esther - schildert die Ereignisse, die zur Entstehung des Feiertages führten. In der Thora wird Purim nicht erwähnt, somit gelten auch nicht die Feiertagsgebote, man darf arbeiten oder Auto fahren.Das Buch Esther ist ein Teil des Tanachs – der hebräischen Bibel, die aus Thora, den Schriften der Propheten und den restlichen biblischen Schriften besteht.
Es ist das wohl  lustigste Fest in der jüdischen Welt. Kinder und Erwachsene verkleiden sich und es gibt sogar das Gebot, an diesem Feiertag unbegrenzt Wein zu trinken. Trotz dieser Ausgelassenheit gibt es einen ernsten Hintergrund.
An diesem Tag gedenkt man der Befreiung der Juden im Persischen Reich im 5. Jahrhundert v.d.Z. Haman war der Stellvertreter des Königs Achaschwerosch.  Er hatte den Plan, alle Juden im Persischen Reich umzubringen. Mit einem Los (hebr. Pur) wurde der Tag bestimmt, an dem das Massaker passieren sollte. Mordechai war der Berater des Königs. Er spürte die drohende Gefahr und ging zum Tor des Palastes, wo er laut weinte und die Juden aufrief, zu den Geboten der Thora zurückzukehren.
Seine Nichte, die Königin Esther, rief ihn zu sich. Er bat sie, zu ihrem Mann, dem König zu gehen und für sein Volk zu bitten. Sie fürchtete sich vor der Reaktion ihres Gemahls, doch sie erkannte schnell, dass sie keine Wahl hatte. Sie fastete drei Tage lang, um Buße zu tun, und forderte das gesamte jüdische Volk auf, es ihr gleichzutun. Dann ging sie zum König, der bis dahin nicht gewusst hatte, dass sie Jüdin war. Sie bat ihren Mann, das Pogrom zu verhindern. Er erteilte den Juden die Erlaubnis zur Selbstverteidigung und sie besiegten ihre Feinde. Haman und seine Söhne wurden hingerichtet.
Diese Geschichte findet sich in diversen Bräuchen und Zeremonien beim Purimfest wieder. Der Tag vor Purim, der 13. Tag des Monats Adar, heißt Taanit Esther – „Esthers Fasten“. Der Fastentag beginnt im Morgengrauen und endet nach Einbruch der Dunkelheit. Mittelpunkt des Festes ist das Vorlesen der Megillah – der Rolle Esther. In der Purimgeschichte wird der Name Gottes nicht einmal erwähnt. Da das Buch Esther in Form einer Rolle geschrieben und als Brief in alle Provinzen Persiens versandt wurde, hatte man es – aus Sorge, der Brief könne entweiht oder falsch behandelt werden – vermieden, den Namen Gottes zu nennen. Somit ist die Rolle Esther das einzige Buch der hebräischen Bibel, in der der Name Gottes nicht vorkommt. Wenn beim Lesen der Rolle der Name „Haman“ genannt wird, schwingen die Zuhörer Rasseln und stampfen mit den Füßen, um seinen Namen zu „zertreten“ – Lärm ist also an diesem Feiertag in der Synagoge ausdrücklich erwünscht.
Zu Purim wird eine spezielle Süßspeise gegessen – Hamantaschen. Ein dreieckiges Backwerk, das mit Obst, Quark oder Mohn gefüllt wird. Wie alle jüdischen Feste wird auch Purim mit einem besonderen Festmahl zu Hause gefeiert. Freunde und Bekannte schicken sich gegenseitig Geschenke – hauptsächlich  Obst und Süßigkeiten. An diesem Tag soll man auch an die Armen denken und sie mit Spenden unterstützen.
Traditionell waren Verkleidungen bei Juden verpönt, weil sie oft zu einem Kleidertausch zwischen Männern und Frauen führten. Das entsprechende Verbot stützt sich auf das biblische Gesetz : „… und ein Mann soll nicht Frauenkleider tragen“ (5. Buch Mose 22,5). Unter dem Einfluss des römischen Karnevals haben die italienischen Juden gegen Ende des 15. Jahrhunderts Purim als erste auch mit Maskeraden gefeiert. Dieser Brauch verbreitete sich auf  andere jüdischen Gemeinden in Europa. Heute ist die Maskierung ein wesentlicher Aspekt an Purim. In Israel trägt das Fest karnevalistische Züge. Kinder und Erwachsene machen Umzüge in fantasievoller Verkleidung und es wird mit großer Ausgelassenheit gefeiert. Auch in den jüdischen Gemeinden in Deutschland werden Purimbälle und Partys organisiert.
In Frankfurt am Main gab es ein besonderes Purimfest.. So erinnert am 20. Adar nach Purim das VinzPurim-Fest an die Hinrichtung des Anführers des Fettmilch-Aufstandes (1616) und an die Rückkehr der Juden in die Judengasse. Speziell für diesen Tag wurde eine über 100 Strophen lange Ballade verfasst, die in der Judengasse vorgetragen wurde. Im Museum Judengasse in Frankfurt kann man das Lied anhören. Der Vortag, 19. Adar, war als Vorbereitung früher ein Fastentag. Diese Tradition spielt in der heutigen jüdischen Gemeinschaft in Frankfurt keine Rolle mehr.




Purimbilder©Wikimedia Commons


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Letzte Änderung: 21.08.2015